Unterhalt Stuttgart

Rechtsanwalt Scheidung - Ehegattenunterhalt Stuttgart

Beim Ehegattenunterhalt wird zwischen zwei Formen unterschieden, dem Trennungsunterhalt und dem Geschiedenenunterhalt. Voraussetzung für den Trennungsunterhalt ist, dass die Eheleute getrennt leben, möglicherweise auch innerhalb der Ehewohnung. Der wirtschaftlich schwächere Ehegatte hat Anspruch auf den Trennungsunterhalt für die Dauer bis zum rechtskräftigen Abschluss eines Ehescheidungsverfahrens, welches erst nach Einhaltung eines Trennungsjahres eingeleitet werden kann.

Regelmäßig wird nach einer rechtskräftigen Ehescheidung ein Geschiedenenunterhalt nur zeitlich befristet oder in der Höhe begrenzt geschuldet sein und ist - anders als früher üblich - nur selten auf Dauer geschuldet. Denn nach einer rechtskräftigen Scheidung hat jeder Ehegatte die Verpflichtung, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Je nach vorliegenden Lebensumständen kann sich der nacheheliche Unterhalt auf unterschiedliche Weise ergeben.
 

Nach der Scheidung: Betreuungsunterhalt für Kinder

Wenn Kinder aus einer Ehe hervorgegangen sind bzw. in diese von einem Ehepartner mit aufgenommen wurden, obliegt es einem der beiden Partner, sich nach der Scheidung um diese zu kümmern. Dieser Ex-Ehegatte kann folglich den so genannten Betreuungsunterhalt, der wegen Pflege und Erziehung des gemeinschaftlichen Kindes benötigt wird, beanspruchen. Mit der Unterhaltsrechtsreform im Januar 2008 ist das zuvor geltende Altersphasenmodell weggefallen, sodass es einer Mutter nur noch möglich ist, Unterhalt für bis zu 3 Jahre nach der Geburt des Kindes zu verlangen. Ab Vollendung des 3. Lebensjahres, und falls eine Betreuungsmöglichkeit gegeben ist, ist Müttern der Rechtsprechung nach zumindest eine Teilzeitbeschäftigung zumutbar, besucht das jüngste Kind die Schule, häufig eine Vollzeittätigkeit. Die Umstände des Einzelfalles, welche das Familiengericht in eigenem Ermessen berücksichtigt, sind bei der Frage einer sogenannten "Arbeitsobliegenheit" maßgeblich.
 

Aufstockungsunterhalt

Für einen gewissen Zeitraum soll nach dem Willen des Gesetzgebers der wirtschaftlich schwächere Ehegatte noch an dem Lebensstandard teilhaben können, wie er ihn während der Ehe gekannt hatte. Der Zeitraum, für den Aufstockungsunterhalt geleistet werden soll, ist vom Familienrichter festzusetzen. Nach einer häufig von Familiengerichten genutzten Faustformel soll dieser Zeitraum ⅓ bis ¼ der Ehezeit ausmachen. Bei Ehen von langer Dauer, zumeist über 20 Jahren, fällt eine Befristung häufig weg.
 

Scheidung - Unterhalt wegen Ausbildung

Sofern ein Partner in Erwartung seiner Ehe bzw. während der Ehe eine Berufsausbildung abgebrochen oder gar nicht erst aufgenommen hat, kann er nach einer Scheidung Unterhaltszahlungen beanspruchen, um die abgebrochene Ausbildung wieder aufzunehmen oder eine neue zu beginnen. Ziel ist die Schaffung einer Grundlage für die Erwerbstätigkeit. Ein Anspruch auf Unterhalt wegen Ausbildung besteht also nur dann, wenn diese aufgrund der Eheschließung fehlt oder abgebrochen wurde. Die Rechtsprechung verlangt jedoch, dass eine konkrete Aussicht auf Erfolg für den Abschluss besteht, damit ein Ausbildungsunterhalt bewilligt werden kann.
 

Unterhalt wegen Krankheit, Alters oder Mangel an Erwerbstätigkeit

Wenn ein geschiedener Ehegatte zum Zeitpunkt der Scheidung bereits ein Alter erreicht hat, in dem eine Erwerbstätigkeit nicht mehr erwartet werden kann, kann er Unterhaltszahlungen

beanspruchen. Obgleich es der Rechtsprechung nach keine festgelegte Altersgrenze gibt, so gilt ein Alter ab 55 Jahren als kritisch. Sollte der Ehegatte wegen einer bestehenden Erkrankung mit physischen oder mentalen Gebrechen zu kämpfen haben, besteht der Anspruch auf eine Unterhaltszahlung ebenso.
 

Unterhalt zum Zwecke des Nachteilsausgleichs

Hat ein Ehegatte wegen der Betreuung von Kindern oder einem anderen einvernehmlich gewählten Rollenverteilungsmodells während der Ehe einen dauerhaften Nachteil in seiner Erwerbsbiographie, wird er also nie mehr das Gehaltsniveau erreichen können, auf dem er sich ohne Eheschließung befände, steht ihm der Ausgleich eines solchen ehebedingten Nachteils zu.
 

Rechtsanwalt Unterhalt - Kindesunterhalt Stuttgart

Der Begriff Kindesunterhalt beschreibt die Verpflichtung der Eltern, sich um das Wohlergehen und die Erziehung der Kinder zu kümmern. Diese Pflicht gilt nicht nur dann, wenn das Kind noch minderjährig oder unmündig ist, sondern auch wenn es bereits die Volljährigkeit erreicht hat und sich in Ausbildung oder Studium befindet oder auch bei Einkommensschwäche. Des Weiteren gilt die Pflicht auch, wenn das Kind nicht mehr im gemeinsamen Haushalt wohnt. Die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts richtet sich nach dem Einkommen des Unterhaltsschuldners. Lediglich in Fällen, in denen das Kind über ausreichend eigenes Einkommen verfügt und / oder der Schuldner nicht in der Lage ist den Unterhalt zu zahlen, entfällt die Unterhaltsverpflichtung. Minderjährige Kinder sind – weil sie außerstande sind sich selbst zu unterhalten – besonders schutzwürdig und somit immer unterhaltsberechtigt. Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, hat für den Betreuungsunterhalt aufzukommen (Wohnung, Kleidung, Lebensmittel etc.), während der andere Elternteil für den Barunterhalt zu sorgen hat.

 
stgt-coll 2019-06-18 wid-343 drtm-bns 2019-06-18